Horn - ein faszinierendes Naturmaterial - findet schon als
Trinkgefäß und Blasinstrument der alten Völker
Verwendung. Selbst Götter und Heroen wurden mit Hörnern
als Symbol für Macht und Kraft dargestellt: Ammon, Dionysos,
Isis, sogar Alexander der Große und seine Nachfolger
trugen Hörner als Ehrenzeichen.

Der wohl bekannteste Gegenstand aus Horn ist der traditionelle
Hornkamm, der damals wie heute, aufgrund seiner guten Kämmeigenschaften
und glatten Oberfläche geschätzt wird. Im Gegensatz
zum Kunststoffkamm wirkt der Hornkamm antistatisch und sorgt
auch für eine wohltuende Massage der Kopfhaut.

Vor
Jahrhunderten war die Zunft des Hornkammmachers
weit verbreitet. Einer von ihnen war Tobias Petz,
der 1833 seine Lehre als Hornkammmacher in Ödenburg
begann und 1842 seinen Gesellenbrief erhielt. Das
Gründungsjahr der Hornmanufaktur Petz ist
mit 1862 dokumentiert. Erfahrung, Wissen und Handwerkskunst
wurden von Generation zu Generation weitergegeben.
Nach dem Ersten Weltkrieg gab es in Österreich
noch etwa 200 Kammmacher. Die ständig zunehmende
Industrialisierung machte es den kleinen Handwerksbetrieben
immer schwerer, mitzuhalten.

So gab es nach dem Zweiten Weltkrieg nur mehr etwa 80 Kammmacher
in Österreich.

1951 erhielt Friedrich Petz, der Vierte der Familientradition,
als letzter Hornkammmacher seinen Meisterbrief.
In den darauffolgenden Jahren wurde die Zunft des Hornkammmachers
aufgelöst und zu einem freien Gewerbe erklärt.

Schien es zunächst so als würde dieses alte Handwerk
mit dem letzten Hornkammmachermeister aussterben, so hat sich
doch sein Enkel Thomas Petz entschlossen, die Manufaktur mit
großer Begeisterung weiterzuführen.